Hans Theys ist Philosoph und Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. Er schrieb und gestaltete fünzig Bücher über zeitgenössische Kunst und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze, Interviews und Rezensionen in Büchern, Katalogen und Zeitschriften. 

Diese Plattform wurde von Evi Bert (Centrum Kunstarchieven Vlaanderen) in Zusammenarbeit mit der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen (Forschungsgruppe ArchiVolt), M HKA, Antwerpen und Koen Van der Auwera entwickelt. Vielen Dank an Fuchs von Neustadt, Idris Sevenans (HOR) und Marc Ruyters (Hart Magazine).

HANS THEYS & KASKA

      Foto: Fuchsia en Ying Fei Li

Auf Vorschlag des Architekten und Künstlers Deleu wurde Theys im Jahr 2001 gefragt, Praxisdozent in der Richtung In Situ3, des neuesten und freiesten Studiengangs der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen, zu werden. Im darauffolgenden Jahr wurde er ebenfalls Theoriedozent. In dieser Eigenschaft versucht er die Studenten in erster Linie von der Wahnidee zu befreien, dass sie vor Beginn der Arbeit bereits wissen sollten, was sie machen werden. Seine Erfahrung mit Künstlern hat ihn zu dem Schluss geführt, dass das, was ihre Arbeit besonders macht, meistens schon in ihnen vorhanden war. Jede Geschichte, einhergehend mit einem praktischen Umgang mit Materialien und Techniken, kann zum ursprünglichen Werk führen, vorausgesetzt, dass es die Chance bekommt, der anfänglichen Geschichte zu entkommen. Aus diesem Grund ist Theys ein Befürworter des Erhalts und der Stärkung der traditionellen Praxisateliers und ein Gegner der Einführung eines sogenannten konzeptuellen Denkens, das diese Ateliers ‘aktueller’ machen soll. Dahingegen befürwortet er die Entwicklung von parallelen, offeneren Studiengängen und beim Ausbau der Möglichkeit, dass Studenten sich gegebenenfalls auch für einen persönlichen Studienverlauf entscheiden können, was die Wahl zugunsten eines einzelnen Studienganges überflüssig machen würde. Seiner Meinung nach würden sich in der idealen Akademie die Dozenten zusammen mit jedem einzelnen Studenten auf die Suche nach dem passenden Studienverlauf machen, der auch Vorlesungen an anderen Hochschulen oder Universitäten im In- und Ausland umfassen sollte. 

Als Praxisdozent innerhalb der Richtung In Situ3 (2001-2012) führte Theys zahlreiche neue Freiheiten ein, darunter das Recht des Studenten, sich in einem Handwerk auszubilden und Unterricht von sehr jungen Dozenten und Gastdozenten zu erhalten und von diesen beurteilt zu werden.

Im Jahr 2006 veröffentlicht er das Buch De schouw van Gaudi über seine Erfahrungen mit diesem Studiengang (mit Beiträgen der Kollegen Dirk Janssen und Kris van ’t Hof).

Künstler, die diesen Studiengang wählten, sind Leon Vranken, Philip Janssens, Tim Segers und Gauthier Oushoorn.

Seit 2007 lehrt Theys auch an der School of Arts in Gent.

Mit Seppe De Roo, 2019 - Photo: Marius Ritiu

2010 und 2011 lernte er die jungen Künstler Rein Dufait, Max Pinckers, Kasper Bosmans und Gauthier Oushoorn kennen, die er auf verschiedene Weisen unterstützt hat und die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt hat, unter anderen mit den Gruppenausstellungen Flesgeesten im Project Space 1646 in Den Haag (2010), The New Candour in der Gallery Tatjana Pieters in Gent (2012) und A Whitsun Wedding in der Galerie El in Welle (2012).

2014 organisierte Theys in De Lange Zaal der KASK eine Ausstellung zu einigen unbekannten Zeichnungen von Panamarenko, die zur Kollektion des M HKA gehören. Er legte die Zeichnungen Panamarenko vor und machte eine Veröffentlichung davon (Panamarenko Laboratorium, Königliche Akademie der Schönen Künste, 2014).

Zwischen 2017 und 2020 erhielt er von der Akademie im Rahmen der Forschungsgruppe ArchiVolt die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der M HKA Videos und Texte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Im 2018 organisierte er die Ausstellung The Old Up & Down, die gleichzeitig an drei verschiedenen Orten stattfand, mit Arbeiten von vier jungen, vielversprechenden Künstlern, die er an den Akademien von Gent und Antwerpen kennenlernte: Leendert Van Accoleyen (° 1991), Robert Soroko (° 1990), Simon Masschelein (° 1994) und Dries Van Laethem (° 1996). Er kombinierte ihre Arbeit mit der von Kasper De Vos (° 1988), die er bewundert.

Im 2019 wird er das Buch "De Verdubbeling" über das Zeichnen als Form der Beobachtung, Registrierung, des Denkens und Handelns veröffentlichen.

Im Jahr 2020 werden M HKA und CVK in Zusammenarbeit mit der Akademie von Antwerpen eine Website starten, um einen Teil des Theys-Archivs zu öffnen.
 

       

In Situ, 2006 - Photo: Pol Matthé