Hans Theys ist Philosoph und Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. Er schrieb und gestaltete fünzig Bücher über zeitgenössische Kunst und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze, Interviews und Rezensionen in Büchern, Katalogen und Zeitschriften. 

Diese Plattform wurde von Evi Bert (Centrum Kunstarchieven Vlaanderen) in Zusammenarbeit mit der Royal Academy of Fine Arts Antwerpen (Forschungsgruppe ArchiVolt), M HKA, Antwerpen und Koen Van der Auwera entwickelt. Vielen Dank an Fuchs von Neustadt, Idris Sevenans (HOR) und Marc Ruyters (Hart Magazine).

├╝ber hans theys

Hans Theys ist ein Kunstkritiker und Kurator. Er schrieb und gestaltete vierzig Bücher über zeitgenössische Kunst und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze, Interviews und Rezensionen in Büchern, Katalogen und Zeitschriften. Sämtliche Publikationen basieren auf Zusammenarbeit mit mehr als 200 Künstlern. Er organisierte vierzig Ausstellungen mit Werken von über 300 Künstlern. 


 

Mit Panamarenko, 1989. Photo: Frank Pinckers

Theys wurde im Jahr 1947 geboren und verbrachte den Großteil seiner Kindheit in einem verwilderten Obstgarten. Das leicht verzerrte Schachbrettmuster, das vereinzelt hereinfallende und gefilterte Sonnenlicht, die nistenden Vögel, die spärlichen, ungenießbaren Früchte der alten Hochstämme, der kolossale, jahrhundertealte, nur noch wässrige Früchte hervorbringende Kirschbaum, die immerwährende Territorialschlacht zwischen Gras, Butterblumen und Brennnesseln, die wuchernden Holunderbüsche an den Säumen sowie die Stille im Herzen des Gartens hinterließen bei ihm einen bleibenden Eindruck. Künstler, mit denen Theys später zusammenarbeiten wird, haben in ihrer Jugend ähnliche Erfahrungen gemacht. Panamarenko spielte als Kind mit seinen Freunden Johnny und Laurent im wunderbaren Rivierenhof in Deurne, Ann Veronica Janssens verbrachte ihre Jugend reitend in der Nähe von Kinshasa.  

Später wird sich Theys in all seinen Erfahrungen auf die Suche nach ähnlichen asymmetrischen Räumen, die unter Berücksichtigung von Licht, Farbe, Bewegung, Rhythmus und Stille errichtet wurden oder verwendet werden, machen.

Theys 'Mutter ist eine beeindruckende, freigeistige Frau, die ihn nachhaltig geprägt hat. Sein Vater bringt ihm das Fotografieren, Filmen und Schreiben bei. Als Teenager wird er von seinen Neffe Koen Theys, dem Künstler Dries Van den Broeck und dem niederländischen Musiker Erik van der Wurff, der sein Onkel ist, in eine künstlerische Art des Sehens und Seins eingeführt.

Nach einem intensiven Besuch der Grundschule, bei dem vor allem das Judo-Training ihn beeinflusste, studierte Theys Sprachen an einem Gymnasium, das sich inmitten eines Forstes befand. Wenn man das Fenster öffnete und sich ein wenig nach draußen lehnte, befand sich der Kopf mitten im Wald. Später studierte er Philosophie und Literatur an der Vrije Universiteit Brussel. Er schloss sein Studium mit einer Arbeit über das Thema des Wartens in den Werken Nietzsches und Kafkas ab.

1980

Von 1980 bis 1983 schreibt Theys Gedichte, von denen vier im Jahr 1987 in der mit Damien De Lepeleire herausgegebenen Künstlerausgabe Du tumulte muet herausgegeben werden.

Im Jahr 1984 wird seine erste Geschichte im Niederländischen Literaturmagazin De Revisor veröffentlicht.

In demselben Jahr probt er sechs Monate lang jeden Tag mit Regisseur Paul Peyskens für sein Stück Julius Caesar. Während der Feier nach der Uraufführung wird er von dem wütenden Regisseur in die Schranken verwiesen, weil er mit dem Maler Michel Frère unerlaubterweise die Textur des gemalten Dekors mustert.

1985 ist er einer der zwei oder drei Besucher der ersten Einzelausstellung von Luc Tuymans, die im leeren Schwimmbad eines verlassenen Spa in Ostende stattfindet.

1986 begann er eine Beziehung mit der Sängerin und feministischen Denkerin Linda Dasseville (1958-2019) und adoptierte informell ihre Tochter Fenna Bouve (° 1978).

Im Jahr 1987 veröffentlicht er seine erste Kunstkritik, von der große Teile vom Künstler diktiert werden. Die Veröffentlichung dieses wertlosen Stückes ist lehrreich. Es zeigt Theys, was er nie wieder machen möchte.

Im Jahr 1988 gründet er mit Damien De Lepeleire und Michel Frère eine Kunstzeitschrift. Von der Notwendigkeit getrieben, diese Zeitschrift mit Beiträgen zu füllen, sucht er Künstler auf, darunter Panamarenko, Walter Swennen, Luc Tuymans, Franky DC und Zhang Xiao Xia.

Im Jahr 1989 schreibt und gestaltet er einen Katalog über die Gemälde von Michel Frère, über die er jedoch noch nichts berichten kann, da er sie noch nicht richtig zu sehen versteht. Michel Frère. Peintures et Sculptures, Albert Baronian, Brüssel.

In demselben Jahr begleitet er Panamarenko zum Furkapass, wo sie im Juni versuchen, einen Pastille-Motor zum Laufen zu bringen, und im September am Raupenfahrzeug Prins Misjkin basteln.

Mit Idris Sevenans. Photo: Bedrich Eisenhoet

1990

Im Jahr 1990 schreibt und gestaltet er ein Buch über das Werk von Koen Theys. Es bereitet ihnen große Freude, insbesondere beim Ausdenken von einigen Titeln (Guckloch von allen Seiten).

In demselben Jahr dreht er zusammen mit Frank Theys den Videofilm De ezel van Buridan (Der Esel von Buridan), der seine Premiere im Theater Beursschouwburg (Brüssel) feiert und vom Filmfestival in Den Haag nominiert wird.

Er reist mit Panamarenko zu einer Insel im Indischen Ozean für die Erprobung des Taucheranzugs Portuguese Man of War.

Zudem begleitet er Panamarenko erneut zum Furkapass, wo sie das fliegende Auto K2 bauen, das 1992 auf der Documenta IX ausgestellt wird.

Im Jahr 1991 schreibt er einen ersten Text über die Gemälde von Zhang Xiao Xia, ohne dass er diese Gemälde zu sehen versteht. Er löst dieses Problem, indem er nicht über die Gemälde schreibt. Im Jahr 2017 schreibt er, auf Anfrage des Kunsthändlers Bruno Simpelaere, einen neuen Text, in dem er versucht, deutlich zu machen, womit sich Zhang Xiao Xia während dieser ganzen Zeit beschäftigt hat (Xiao Xia. Een vrij, modern piraat).

Im selben Jahr schreibt er das Theaterstück Bernard Bosch fait de l’ordre und führt gleichzeitig Regie, zusammen mit Schauspieler Bernard Eylenbosch. Das Stück wird drei Wochen lang täglich im Brüsseler Théâtre de la Balsamine aufgeführt. Es findet großen Zuspruch.

Im Jahr 1992 schreibt und gestaltet er einen ersten Katalog über das Werk von Panamarenko, der vom Bunkamura-Museum in Tokio veröffentlicht wird. Zusammen mit dem Künstler reist er durch Japan, um eine Wanderausstellung zu planen. Im Bunkamura-Museum teilen sie den Ausstellungsraum in zwei Hälften und bauen jeweils eine Hälfte der Ausstellung.

Er schreibt und gestaltet einen Katalog über das Gesamtwerk von Panamarenko. Zusammen mit dem Fotografen Francis Jacoby besucht er Hunderte von Sammlern, um die Werke zu fotografieren. Es ist eine befremdliche Erfahrung. Das Buch wird bei Isy Brachot in Brüssel sowie bei Ronald Feldman in New York vorgestellt, wo Theys die Ausstellung alleine aufbaut.

Er veröffentlicht zudem drei Geschichten in einem selbst gestalteten Buch (Quelques histoires), das vom Palais des Beaux-Arts in Charleroi anlässlich einer Gruppenausstellung mit Werken von Walter Swennen, Damien De Lepeleire und anderen Künstlern herausgegeben wird.

Im Jahr 1993 veröffentlicht er verschiedene Texte über das Werk von Panamarenko, unter anderem anlässlich der Biennale Lyon. Er erstellt eine kleine deutsche Ausgabe über Panamarenkos Werk für das Patentamt in München und schreibt und gestaltet den Katalog Cars and Other Stuff für die Tokoro Gallery in Tokio.

Er lernt Ann Veronica Janssens und Michel François kennen und beginnt eine Zusammenarbeit mit ihnen. Erste Früchte dieser Zusammenarbeit sind die Poster von Michel François, von denen die ersten zum Anlass der Biennale von São Paulo im Jahr 1994 angefertigt werden.

Im Jahr 1994 schreibt er im Auftrag der Brüsseler Beursschouwburg zwei Theaterstücke und führt zugleich Regie. Die Theaterstücke werden im Beursschouwburg und Les Tréteaux uraufgeführt. Darüber hinaus tritt er, zusammen mit Ianka Fleerackers, als Darsteller im Stück Von alle denen… auf, das sechzig Mal in Belgien und in den Niederlanden aufgeführt wird. Auch dies ist eine befremdliche, doch diesmal sehr angenehme Erfahrung.

In demselben Jahr schreibt und gestaltet er einen Katalog über das Werk von Walter Swennen anlässlich seiner Übersichtsausstellung im M HKA (Kuratorin: Liliane Dewachter).

  Mit Dennis Tyfus. Collage Dennis Tyfus

In den Jahren 1995 hilft er Panamarenko beim Bau der fliegenden Plattform Bernouilli (die Theys im Jahr 2010 erstmals hängend im S.M.A.K. ausstellen wird) und beim Schweißen des U-Boots PANAMA.

Er veröffentlicht einen ersten Katalog über die Multiples von Panamarenko. Darüber hinaus übernimmt er die Gestaltung eines Katalogs über das Werk von Michel Frère. Er bittet den Museumsdirektor um Zustimmung, die Fundstelle der meisten unverkauften Gemälde zu verschweigen, da dies den Marktpreis des Künstlers gefährden könnte. Der Direktor zwingt ihn, den Fundort zu nennen. Vier Jahre später ist der Künstler tot.

In den Jahren 1995 und 1996 arbeitet er zusammen mit Maria Gilissen für die Verwaltung des Broodthaers-Archivs. Eine der Aufgaben ist die Beschreibung von 82 Filmen von Marcel Broodthaers für den Cinéma-Katalog, der in Barcelona veröffentlicht wird. Zudem verfassen sie zusammen das Künstlerbuch Un voyage à Waterloo.

Im 1996 veröffentlicht er einen Text, in dem er erstmals genau beschreibt, worin zwanzig Skulpturen von Ann Veronica Janssens eigentlich bestehen. Einige Monate später wird ihr der Blanlin Evrart-Preis verliehen. Thyes sieht darin eine Ermutigung.

Im gleichen Jahr veröffentlicht er einen ersten Text über das Gesamtwerk von Michel François (Rien dans les poches) für einen Katalog, der in Frankreich veröffentlicht wird. Er unterstützt François bei der Konzeption und der Gestaltung des Katalogs. Er hat eine Meinungsverschiedenheit mit dem Kurator der Ausstellung, der meint, dass Theys seinen Text kostenlos zur Verfügung stellen müsse.

1997 wird er von Michel François eingeladen, um sich an einer Arbeit in der Klinik für forensische Psychiatrie De Kijvelanden (Rotterdam) zu beteiligen. Aus dieser Zusammenarbeit geht unter anderem die Veröffentlichung des Textes Enter without Knocking in Cahier Witte de With #7, Richter Verlag, Düsseldorf, hervor.

1998 werden die Texte Rien dans les poches und Enter without Knocking über das Werk von Michel François im Katalog der Biennale von Venedig nachgedruckt.

Im gleichen Jahr erarbeitet Theys die Dramaturgie der Tanzaufführung Red Rubber Balls des Choreografen Thierry Smits. Er überstetzt das gleichnamige Theaterstück von Peter Verhelst ins Französische. Es wird von International Theatre and Film Books in Amsterdam veröffentlicht.

Er hilft Panamarenko beim Bau von Scotch Gambit.

Theys wird von Guy Rombouts und Monica Droste gebeten, um anlässlich einer Übersichtsausstellung ihres Werkes einen Katalog zu schreiben und zu gestalten. Monica Droste stirbt vor Beginn der Ausstellung. Theys unterstützt Rombouts beim Aufbau.

Er hilft der Fondation Cartier in Paris bei der Erstellung eines Katalogs und einer Ausstellung über das Werk von Panamarenko.

Er veröffentlicht zudem Texte über Guillaume Bijl, Ronald Ophuis, Robert Devriendt, Leo Copers und zahlreiche andere Künstler, die ihn bitten, ihre Werke anzuschauen und etwas darüber zu schreiben.                                                                                        

Er arbeitet zusammen mit Ann Veronica Janssens für ein In-Situ-Projekt in Brüssel. Er schreibt und gestaltet das Künstlerbuch Das Mysterium der verschwindenden Katze, das Anfang 1999 erscheint.

1999 sammelt er fotografisches Material über das Werk von Ann Veronica Janssens, Michel François, Joëlle Tuerlinckx, Guillaume Bijl und weiteren Künstlern und hält eine erste Reihe von Lesungen im Museum Dhondt-Dhaenens. Anlässlich einer solchen Lesung baut er an einem Abend eine Ausstellung mit Werken von Joëlle Tuerlinckx auf, die ihm die Erlaubnis erteilt, an diesem Abend Werke aus ihrer Hand für authentisch zu erklären.

In demselben Jahr organisiert er seine erste Ausstellung im Herman Teirlinckhuis in Beersel mit Werken von 24 Künstlern, darunter Panamarenko, Walter Swennen, Luc Deleu & TOP office, Ann Veronica Janssens, Michel François und Joëlle Tuerlinckx. Im September wird diese Ausstellung in der Nicole Klagsbrun Gallery in New York wiederholt. Roberta Smith von der New York Times war von der Ausstellung begeistert.

Theys kauft eine Digitalkamera, mit der er endlich hochwertige Videoaufnahmen machen konnte.

Er heiratet die Tänzerin Ida De Vos.

2000

Sein Sohn Maurice wird geboren.

Er reist mit Michel François nach Kapstadt, um Löwenzahn zu pflücken.

Alle sechs Wochen begleitet er Luc Deleu ins niederländische Poortugaal bei Rotterdam, wo die Driegeneratiewoning Niebuur gebaut wird. Aus diesen Reisen geht ein aus acht Folgen bestehender Videofilm über das Werk von Luc Deleu & TOP office hervor.

Er wird von Joëlle Tuerlinckx gefragt, in einer von ihr organisierten Gruppenausstellung in Nicc Antwerpen seine Bücher auszustellen und einen Film über Luc Deleu & TOP office zu zeigen.

Der Choreograf Pierre Droulers fragt Theys, die Tanzaufführung MA in einer Reihe von Schriften (Les cahiers MA) zu dokumentieren. 2017 wird Theys in einem Essay, der in einer Übersicht des Gesamtkatalogs von Droulers (Sunday, Charleroi Danses en Mercatorfonds) erscheint, auf diese Zusammenarbeit zurückblicken.

2000 ist er neben Johan Pas, Liliane Dewachter, Anny De Decker und Ulli Lindmayr Kurator der Ausstellung „Mo(uve)ments“, die im Museum der Schönen Künste in Antwerpen stattfindet. Jeder Kurator wählt einen Künstler aus, mit dem er zusammenarbeiten möchte. Theys arbeitet mit Guy Rombouts zusammen.

2001 erscheint das Buch Luc Deleu & TOP office. La ville inadaptée. Ein Jahr später erscheint eine geänderte, niederländische Fassung dieser Arbeit, herausgegeben von Ludion.

Im selben Jahr erscheint das Buch Love Me über die großartigen „schiefen Gemälde“ von Viviane Klagsbrun.

Theys beginnt an der Akademie von Antwerpen zu unterrichten.

2002 erscheint eine Büchlein über das Werk von Joëlle Tuerlinckx (A prior, Brügge), ein zweites Buch über die Multiples van Panamarenko (Gallery Jos Jamar, Antwerpen), ein Katalog über das Werk von Dimitri Vangrunderbeek (M HKA, Antwerpen) sowie ein Buch über fünf Ausstellungen von Michel François (Ursula-Blickle-Stiftung, Kraichtal, Westfälischer Kunstverein Münster). Die Bücher über Vangrunderbeek und François werden von Theys selbst gestaltet.

2003 erscheint das Buch Ann Veronica Janssens. The Gliding Gaze, herausgegeben vom Middelheimmuseum in Antwerpen (240 Seiten). Im Jahr 2007 übernimmt Theys die Gestaltung des Buches Ann Veronica Janssens. An den Frühling, herausgegeben vom DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln (240 Seiten), das eine Fortsetzung des Buches aus dem Jahr 2003 ist.

2003 beschließt Theys, die Arbeit von Vaast Colson über ein Jahr hinweg zu verfolgen und zu filmen. Dies führt zur Realisierung von verschiedenen Videofilmen sowie einer Teilnahme an Colsons Retrospektive im Kunst Nu-Raum des S.M.A.K. im Jahr 2004.

Als er erfährt, dass Dennis Tyfus keine finanzielle Unterstützung erhält, weil sein Werk vom Ausschuss für Bildende Künste als „irrelevant für die zeitgenössische Kunst“ erachtet wird, schreibt er ein leidenschaftliches Plädoyer für sein Werk, veröffentlicht in der Zeitschrift NieuwZuid.

2004 nimmt Theys als Videofilmer an der Ausstellung von Luc Deleu & TOP office im M HKA teil.

Auf Einladung von Lokaal 01 in Breda dokumentiert er ein Jahr lang deren Arbeit. Dies führt zur Realisierung eines Buches und einer Reihe von Videofilmen, die in der Ausstellung Materieel en weerbarstig gezeigt werden.

Er filmt Vaast Colson während der Vorbereitungen und der letzten mühsamen Stunden vor der Eröffnung seiner besonderen Ausstellung Helena. The Paintings Martin Couldn’t Paint Anymore.

Oktober erreicht ihn ein Brief von Harald Szeemann. Er schreibt: “Wherever I go I meet Hans Theys-books and publications. As you know I’m preparing the exhibition Visionary Belgium for February 2005 and I think this would be an occasion to make a book together on the topic. What do you think?” Kurze Zeit später stirbt Szeemann.

Er organisiert die viermonatige Ausstellung One by One mit drei Eröffnungen im Herman Teirlinckhuis in Beersel mit Werken von Vaast Colson, Paul Hendrikse, Olivier Stévenart, Damien De Lepeleire und Ann Veronica Janssens. Zusammen mit Janssens kreiert er ein „Kabinett“ mit Probeaufstellungen, das später von Frac Limoges gekauft wird, schrittweise ergänzt wird und im Jahr 2017 den Kern einer großartigen Übersichtsausstellung im Institut d’art contemporain Villeurbanne in Lyon bildet.

2005 wird er vom Choreografen Stefan Dreher gebeten, die Kreation und die sich in verschiedenen Folgen entwickelnden Aufführungen der Tanzvorstellung Angie und Loving Lucy in Brüssel und im österreichischen Linz zu dokumentieren und zu filmen.

Im gleichen Jahr führt seine Zusammenarbeit mit der Künstlerin Elly Strik zur Gestaltung des Buchs Gorillas, Girls and Brides (Tornado Editions, Brüssel).

2006 erscheint De schouw van Gaudi, ein Buch über den Studiengang In Situ3 an der Antwerpener Akademie.

Er macht einen Videofilm über die Ausstellung Break Down the Walls von Vaast Colson und Dennis Tyfus.

2007 nimmt er eine Teilzeitstelle am S.M.A.K. an. Diese Zusammenarbeit führt zur Veröffentlichung des Briefbuchs Tot nu toe was alles in orde von Johan De Wilde (2010), des Künstlerbuches Incomplétude von Dominique Thirion (2010) und der Ausstellungspräsentation Xanadu! (2010).

Er organisiert die elf Monate dauernde, wachsende und sich aufteilende Ausstellung The Moss Gathering Tumbleweed Experience mit Werken von anfänglich fünf und schließlich mehr als 100 Künstlern. Die Ausstellung findet gleichzeitig im Nicc Antwerpen, Lokaal 01 in Breda und in der Galeria Klerkx in Mailand statt.

Er organisiert die Ausstellung Small Stuff Three. Meeting Bernd Lohaus mit Werken von vierzig jungen Künstlern, darunter Vaast Colson, Dennis Tyfus, Kati Heck, Lieven Segers, Nadia Naveau, Tamara Van San, Freek Wambacq und Stijn Van Dorpe.

Er schreibt und gestaltet das Buch Le salon du plaisir für Nadia Naveau.

Im selben Jahr erscheinen noch zwei kleine Bücher. Eines über die Unmöglichkeit des Zustandekommens eines künstlerischen Œuvres auf kontrollierte Weise (De geheime thuiskomst, herausgegeben von A&S Books) und Walter Swennen. Congé annuel, über eine Ausstellung von Walter Swennen in der Galerie Nadja Vilenne in Lüttich. Diese Ausstellung wird später zur Ausstellung des Jahres gewählt (Contemporary Art in Belgium 2008, Henry Bounameaux & Bart De Baere).

2007 beginnt er an der School of Arts in Gent (KASK) zu unterrichten.

2008 erscheint Flower Power. Kunst in België na 2015, eine erste Sammlung kunsthistorischer und kritischer Texte von Hans Theys (464 S.). Auf dieses Buch folgen im Jahr 2009 Over Vorm (Croxhapox, Gent, 400 S.), im Jahr 2010 die zweite überarbeitete Auflage von Over Vorm (Tornado Editions, Brüssel, 400 S.) und im Jahr 2014 Over Vorm. Het Vervolg (Tornado Editions, Brüssel, 368 S.).

Er übernimmt die Redaktion und Gestaltung einer Zeitung über das Werk von Marcel Broodthaers (AmuseeVous, Löwen).

Er begegnet Berlinde De Bruyckere. Im Auftrag des KASK Gent schreibt und gestaltet er ein Buch über ihren Schmerzensmann V (mit einem Textbeitrag von Stefan Hertmans). Als der belgische Fernsehsender Canvas eine Dokumentation über sie machen möchte, schlägt sie vor, von Theys interviewt zu werden. Sie lädt ihn zudem ein, sie nach New York für die Vorbereitung einer Soloshow in der Galerie Yvon Lambert zu begleiten. Diese Zusammenarbeit führt zu mehreren Veröffentlichungen, unter anderem im Buch Mysterium Leib. Berlinde De Bruyckere im Dialog mit Cranach und Pasolini, Hirmer Verlag, 2011.

Er bekommt von Kati Heck die Erlaubnis, sie ein ganzes Jahr in ihrem Atelier zu besuchen. Einer der Texte, die daraus hervorgehen, wird in The State of Things, Brussels, Beijing, 2009, veröffentlicht.

2009 erscheint das Buch Elly Strik. Oracle (Tornado Editions, Brüssel, 128 Seiten), geschrieben und gestaltet von Hans Theys.

Er veröffentlicht einen Text über das Werk von Vaast Colson und Dennis Tyfus in Metropolis M.


 Mit Simon Masschelein, 2019 - Photo: Bo Wang

2010

Ende 2009 lernt er das Werk vom neunzehnjährigen Rein Dufait kennen. Er nimmt es gleich in die Gruppenausstellung Flesgeesten auf, die im Februar 2010 im Project Space 1646 in Den Haag (mit Werken von Raoul De Keyser, Berlinde De Bruyckere, Dirk Braeckman, Ann Veronica Janssens, Tamara Van San, Walter Swennen, Kati Heck, Ronald Ophuis, Elly Strik und weiteren Künstlern) stattfindet.

2010 organisiert er die Sammlungspräsentation Xanadu! im S.M.A.K. Als Teil eines Plädoyers für mehr Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen belgischen Museen bittet er für diese Ausstellung Werke vom MuZee in Ostende (Panamarenko und Raoul De Keyser) und vom M HKA in Antwerpen (Walter Swennen) zu leihen. Er zeigt ebenfalls neue Werke von David Claerbout, Ann Veronica Janssens und Dirk Braeckman sowie ältere, weniger bekannte Werke von Bernd Lohaus. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Zeitungsformat.

2011 schreibt er seinen ersten Text für den Fotografen Max Pinckers (°1988) über die Fotoreihe Lotus, die Pinckers in Thailand mit Quinten De Bruyn gemacht hat. Der Text wird in einem Dummy veröffentlicht, der im Jahr 2016 von Lyre Press, Brüssel, nachgedruckt wird.

2012 organisiert er zwei Gruppenausstellungen, in denen er dem Publikum, Werke von Rein Dufait (°1990), Kasper Bosmans (°1990), Max Pinckers (°1988), Gauthier Oushoorn (°1986) und Tamara Van San (°1982) nahe bringt, indem er sie mit Werken von Bernd Lohaus, Guy Rombouts, Panamarenko, Luc Deleu & TOP office und weiteren Künstlern kombiniert.

Er promoviert an der Universität von Antwerpen bei Herman Van Goethem und Johan Pas. Die Doktorarbeit wird unter dem Titel Het Kijkbeeld (Königliche Akademie der Schönen Künste, Antwerpen, 480 Seiten) veröffentlicht.

2013 heiratet er die Künstlerin Tamara Van San.

Ihre Tochter Oona wird geboren.

Er schreibt einen zweiten Text für Max Pinckers anlässlich seiner Fotoreihe Will They Sing Like Raindrops or Leave Me Thirsty, veröffentlich im gleichnamigen Bildband.

Im selben Jahr veröffentlicht er eine Monografie über das Werk von Koen Deprez (Loxodromen en cinematografische vrijheid, Tornado Editions, Brüssel, 312 S.

Veröffentlichung einer Themenausgabe der Zeitschrift Openbaar Kunstbezit in Vlaanderen über das Werk von Michaël Borremans anlässlich einer Ausstellung in Bozar.

Er schreibt auch eine Geschichte für die Künstlerausgabe Nocturne von Carole Vanderlinden (Posture N° 6). Im Jahr 2017 bekommt dieses Buch eine Fortsetzung in der Ausgabe Mon seul désir (Posture N° 24).

2014 übernimmt er die Redaktion und die Gestaltung einer Monografie über das Werk von Tamara Van San (Indian Shuffle, Tornado Editions, Brüssel, 196 S.).

Er organisiert eine Ausstellung zu einer Reihe unbekannter Zeichnungen von Panamarenko (Sammlung des M HKA) in De Lange Zaal der Königlichen Akademie der Schönen Künste. Veröffentlichung des Buchs Panamarenko Laboratorium, in dem einige Texte über das Werk dieses Künstlers zusammengestellt werden.

Im Jahr 2015 dokumentiert er mit Video und Fotos eine Reihe von Experimenten von Rein Dufait am Strand von Ostende. Aus dieser Zusammenarbeit gehen unter anderem mehrere Ausgaben der Künstlerausgabe Tesanada, eine Ausstellung im MuZee und eine Inbox in M HKA hervor.

Veröffentlichung einer Themenausgabe der Zeitschrift Openbaar Kunstbezit in Vlaanderen über zeichnende Künstler.

2016 schreibt Theys zwei Bücher über das Werk von Walter Swennen: Ne Quid Nimis, herausgegeben von Zonder titel, Brüssel, 302 S. (Niederländisch und Französisch) und Hic Haec Hoc, herausgegeben von Xavier Hufkens, Brüssel, 240 S.). Die Gestaltung von beiden Büchern, in Zusammenarbeit mit Theys, erfolgt auf der Basis des gleichen Materials von zwei Designern, Ron Reuman und Joris Dockx, die die Arbeit des jeweils anderen nicht zu sehen bekommen.

Theys organisiert die Gruppenausstellung K R A S J 3 in Ninove, mit einer eigens für die Ausstellung erschaffenen Skulptur von Berlinde De Bruyckere und Werken von Karl Philips, Rinus Van de Velde, David Claerbout, Nico Bourthoumieux, Gijs Milius, Douglas Eynon, Luc Deleu & TOP office und vielen anderen Künstlern.

Zusammen mit Max Pinckers, Victoria Figueras und Maurice Theys besucht er Topanga Canyon in Los Angeles für eine Fotoreihe zu Oliver Sacks.

2017 verfasst er einen Roman.

2018 wurde das Fotobuch Margins of Excess von Max Pinckers der Öffentlichkeit vorgestellt mit einem begleitenden Text von Hans Theys, der das Zustandekommen dieses Buches aus nächste Nähe mitverfolgte.

Er verfasste ein Buch das den Malereien von Emilio López-Menchero gewidmet ist.

Er organisierte die Ausstellung The Old Up & Down, die an drei Orten zugleich stattfand, um die Arbeiten von vier jungen Künstlern, die er an den Akademien in Gent und Antwerpen kennenlernte, dem Publikum vorzustellen: Leendert Van Accoleyen (°1991), Robert Soroko (°1990), Simon Masschelein (°1994) und Dries Van Laethem (°1996). Er bringt deren Werke mit denen von Kasper De Vos (°1988) zusammen.

2019 wurde er Dozent an der von Idris Sevenans (°1991) gegründeten AARS (Antwerp Artist Run School). Er wurde vom Superstars Magazine interviewt, einer unregelmäßigen Zeitschrift, die sich den Geschichten äußerst erfolgreicher Menschen widmet.

Er organisierte drei Ausstellungen mit den Malern Felix De Clercq (°1997), Jorik Dzobava (°1993) und Lisa Vantorre.

Er organisierte eine Gruppenausstellung in den Niederlanden mit Werken von Bernd Lohaus (°1940), Luc Deleu (°1944), Ann Veronica Janssens (°1956), Elly Strik (°1958), David Claerbout (° 1969) und Ronald Ophuis (°1968) und Sterling Ruby (°1972) mit Werken jüngerer Künstler wie Tamara Van San (°1982), Zoro Feigl (°1983), Karl Philips (°1984), Kasper De Vos (°1988), Idris Sevenans (°1990), Robert Soroko (°1990), Leendert Van Accoleyen (°1991), Simon Masschelein (°1994), Dries Van Laethem (°1996), Jorik Dzobava (°1993), Fran Van Copenolle (°1998) und viele andere.

Im selben Jahr veröffentlichte er fünf Bücher: The Doubling (über Zeichnen als Denkweise), Hors Commerce (über Kunst und Geld), Vrijheid Vandaag (über eine Gruppenausstellung), Scotomia (über kulturelle Amnesie) und die Sammlungen von Interviews Knockando, Ce que c'est und Form Vision.

 

Mit Ronny Van de Velde, 2019. Photo: Idris Sevenans